Ernüchternder Rückrundenauftakt: HSG verliert mit 28:35 gegen den SC Unterpfaffenhofen-Germering

Zum Rückrundenauftakt der Oberliga setzte es für die HSG Dietmannsried/Altusried eine herbe Enttäuschung. Am 12. Spieltag unterlagen die Oberallgäuer vor heimischem Publikum dem SC Unterpfaffenhofen-Germering deutlich mit 28:35. Vor allem die bisweilen desolate Deckungsarbeit, gepaart mit einem fehleranfälligen und oft drucklosen Angriffsspiel, führte zu einer ernüchternden Heimspielniederlage. Noch schwerer als das Ergebnis wog dabei die insgesamt enttäuschende Leistung der HSG, der es über weite Strecken an Einstellung, Zugriff und Konsequenz fehlte.

Nach einer kurzen Pause hatte sich die HSG in den vergangenen Wochen gezielt auf den Rückrundenauftakt vorbereitet. Der Fokus lag darauf, an die Leistungen der Hinrunde anzuknüpfen und insbesondere den emotionalen Schwung aus dem abschließenden Heimsieg gegen Tabellenführer TSV Herrsching mitzunehmen. Allerdings verlief die Vorbereitung nicht optimal: Einige Spieler schleppten noch Blessuren aus der Hinrunde mit sich herum, zudem musste das Trainergespann Patrick Haas und ElmarRomanesen auf die Rückraumspieler Chris Haller und Jonas Bernick verzichten, die gegen den SC Unterpfaffenhofen-Germering nicht zur Verfügung standen. Dennoch war die Zielsetzung klar. Kapitän Alex Schneider appellierte vor dem Spiel an seine Mannschaft: „Lasst uns an die Hinrunde anknüpfen und vor unserem Publikum einen emotionalen Auftritt zeigen.“ 

Die Partie begann zunächst ausgeglichen. Die Gäste aus Unterpfaffenhofen, die sich mitten im Abstiegskampf der Oberliga befinden, gingen mit viel Emotion und Einsatz in das Spiel. Die HSG offenbarte bereits in den Anfangsminuten große Lücken in der eigenen Deckungsarbeit, konnte diese Defizite jedoch zunächst durch ein solides Angriffsspiel kompensieren. Immer wieder gelang es den Hausherren, Toreaus dem Standangriff zu erzielen und sich kleine Vorteile zu erspielen. Eine klare Dominanz oder die Möglichkeit, sich entscheidend abzusetzen, war jedoch nicht erkennbar. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die HSG zwar häufig in Führung lag, den Vorsprung aber nie ausbauen konnte. Nach 15 Minuten stand folgerichtig ein 9:9 auf der Anzeigetafel.

Leider sollten diese Anfangsminuten die beste Phase der Gastgeber bleiben. In der Folge ließ die Durchschlagskraft im Angriff spürbar nach, während die Gäste immer wieder zu einfachen Toren kamen. Die Dietmannsrieder fanden defensiv keinen Zugriff und agierten oft einen Schritt zu spät. Besonders bitter aus Sicht der HSG: Der SC Unterpfaffenhofen-Germering kassierte bis zur Pause zwei rote Karten sowie mehrere Zeitstrafen. Doch selbst in teilweise doppelter Überzahl gelang es der Heimmannschaft nicht, Kapital daraus zu schlagen – teils blieben ganze Überzahlphasen ohne eigenen Treffer. Kurz vor der Halbzeit verwandelten die Gäste einen Strafwurf und setzten sich auf 16:14 ab. Trainer Patrick Haas fand in der Kabine deutliche Worte: „Wir müssen jetzt hochfahren und an unserer Einstellung arbeiten. Heute gewinnen wir nur über Kampf. Dazu müssen wir jetzt aufwachen!“

Doch auch nach dem Seitenwechsel war von einer veränderten Einstellung zunächst wenig zu sehen. Die Deckung der HSG agierte weiterhin ohne Aggressivität und ließ den Gegner zu oft ungehindert zum Abschluss kommen, wodurch auch die Torhüter kaum unterstützt wurden. Im Angriff zeigten sich phasenweise gute Ansätze, meist initiiert oder getragen von Rückraumspieler Maxi Schneider (11 Tore). Doch es fehlte an der letzten Konsequenz im Abschluss, sodass sich die Gastgeber nicht herankämpfen konnten. Nach 45 Minuten lag die HSG weiterhin mit 22:24 im Hintertreffen – ein Rückstand, der angesichts des Spielverlaufs bereits sinnbildlich war.

In der Schlussphase brach die HSG dann endgültig ein. Unüberlegte und halbherzige Abschlüsse im Angriff luden die Gäste zu Tempogegenstößen ein, während in der Deckung jegliche Ordnung verloren ging. Die Dietmannsrieder verloren zunehmend die Bindung zum Spiel und wurden von Unterpfaffenhofen-Germering mit schnellen Gegentoren konsequent bestraft. Am Ende stand eine deutliche 28:35-Heimniederlage, die das Geschehen auf dem Feld klar widerspiegelte. Einzig positive Spielnotiz aus Sicht der HSG: mit Kilian Dill und Paul Müller-Tolk konnten zwei Eigengewächse ihr Oberligadebüt mit Torpremiere geben. Trainer Patrick Haas zeigte sich dennoch nach dem Spiel enttäuscht: „Ich hatte heute nicht das Gefühl, dass wir die richtige Einstellung hatten und unbedingt gewinnen wollen. In dieser Liga können wir uns das nicht erlauben. Das heutige Spiel darf ein Denkzettel für die Mannschaft sein. Ab nächster Woche gilt aber voller Fokus auf Regensburg.“

Durch die Niederlage rangiert die HSG Dietmannsried/Altusried nach zwölf Spieltagen nun auf dem fünften Tabellenplatz der Oberliga. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste Herausforderung: Auswärts trifft die HSG auf den ESV 27 Regensburg, einen direkten Tabellennachbarn auf Rang acht. Beide Mannschaften trennen lediglich drei Punkte.

Für die HSG spielten:

Weigl, Grabher P. – im Tor

Bernhard (3), Albrecht (3), Feigele (1), Müller-Tolk (1), Haggenmüller (2), Noller (1), Häufele, Schneider M. (11/6), Schwegler (1), Grabher S., Pfanner (2), Dill (1), Berger (1), Schneider A. (1)

Foto ©️ Dirk Klos