36:35-Heimsieg für die HSG Dietmannsried/Altusried gegen die Augsburger Gäste aus Friedberg: Ein temporeiches Oberligaduell mit vielen Facetten, hoher Intensität und einem dramatischen Finish. In einer brodelnden Halle entschied die HSG die Partie in letzter Sekunde und ging nach 60 nervenaufreibenden Minuten knapp, aber verdient als Sieger von der Platte.
Die Vorbereitung der HSG auf das Traditionsduell gegen den TSV Friedberg war intensiv. Das Aufeinandertreffen mit der Augsburger Mannschaft hat für die Oberallgäuer stets einen besonderen Stellenwert. Nicht zuletzt deshalb, weil mit Maxi und Alex Schneider sowie Markus Bernhard gleich drei HSG-Akteure eine lange Vergangenheit in Friedberg haben. In den jüngsten Partien zwischen beiden Teams war die HSG allerdings oft knapp unterlegen gewesen, was zusätzlichen Antrieb lieferte.
Für besondere Motivation sorgte ein Vorbericht der Friedberger Allgemeinen, in dem die DietmannsriederMannschaftssituation eher abfällig dargestellt und die HSG als „alte Haudegen von der Hügelburg“ bezeichnet wurde. Trainer Haas griff dies in seiner Kabinenansprache auf: „Es gibt einige Punkte, warum die Partie für uns heute wegweisend wird. Lasst uns aber einfach Spaß haben – und auch wegen dem Vorbericht heute gewinnen!“
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Beide Teams legten ein unglaubliches Tempo vor und suchten früh den Abschluss. Auf beiden Seiten überzeugten starke Angriffskonzepte, die zu schnellen Toren führten. Die HSG tat sich hierbei in der Deckung schwer, gegen das variable Friedberger Angriffsspiel ein probates Mittel zu finden. Doch die Gastgeber blieben durch clevere Lösungen im Positionsangriff und die stets gefährliche zweite Welle im Spiel.
Angetrieben von den beflügelt aufspielenden Schneider-Brüdern gelang es der HSG, sich einige wichtige Ballgewinne zu erarbeiten. Die daraus resultierenden Tempogegenstöße fanden zielsicher ihren Weg ins Tor. Nach 15 Minuten stand ein verdientes 12:8 auf der Anzeigetafel, was die Dietmannsrieder Haller zum Toben brachte.
Doch Friedberg kam zurück. Mit individueller Klasse und druckvollen Angriffen stellte der TSV die HSG-Deckung zunehmend vor Probleme. Der Vorsprung schmolz dahin, und kurz vor der Pause kippte das Momentum. Die Dietmannsrieder gingen mit einem 18:19-Rückstand in die Kabine. Co-Trainer Romanesen gab sich dennoch zuversichtlich: „Wir sind auf dem Weg, Jungs! Wenn wir unser Deckungsspiel in den Griff bekommen, gehen wir heute als Sieger runter!“
Doch die Wende ließ zunächst auf sich warten. Die Augsburger Mannschaft erwischte den besseren Start und nutzte technische Fehler der HSG konsequent aus. In der 39. Minute lag die Mannschaft mit 23:27 zurück – die Stimmung drohte zu kippen. Doch dann begann die Aufholjagd.
Mit der Umstellung auf eine offensivere Deckung veränderte sich das Spiel schlagartig. Die HSG gewann Bälle, setzte Nadelstiche und zeigte ihr typisches Tempospiel. Im Angriff rissen Schneider, Haller und Bernick das Spiel an sich. Immer wieder fanden sie Lücken in der Friedberger Abwehr. In der 46. Minute gelang leistungsgerecht der umjubelte Ausgleich.
Es folgte ein Handball-Showdown: Friedberg kassierte aufgrund des hohen Drucks vermehrt Zeitstrafen, während die HSG sich wiederholt knapp in Führung brachte. 60 Sekunden vor Schluss: Unentschieden. Im letzten Angriff erzwangen die Dietmannsrieder einen Siebenmeter. Chris Haller übernahm die Verantwortung – und verwandelte eiskalt vier Sekunden vor dem Ende. Rückraumspieler Jonas Bernick fasste es treffend zusammen:
„Wir haben heute im Angriff unser Spiel gezeigt und nie nachgelassen. Die Fans haben uns getragen!“
Mit diesem 36:35-Erfolg behauptet die HSG Dietmannsried/Altusried nach acht Spieltagen ihre Spitzenposition in der Oberliga und steht mit nun 13 Punkten an der Tabellenspitze. Die kommende spielfreie Woche bietet Gelegenheit, Kräfte zu sammeln und sich gezielt auf das anspruchsvolle Restprogramm der Hinrunde vorzubereiten.
Für die HSG spielten:
Ignacz, Weigl, Grabher P. – im Tor
Bernhard (6), Feigele (1), Bernick (8), Haller (5/3), Haggenmüller, Noller (1), Häufele (1), Schneider M. (10/1), Schwegler, Grabher S., Pfanner, Berger, Schneider A. (4)













Foto ©️ Dirk Klos