Keine Punkte im Lokalderby – HSG Dietmannsried/Altusried findet in Ottobeuren keinen Rhythmus

Die HSG Dietmannsried/Altusried musste am 10. Spieltag der Oberligasaison 2025/26 im Lokalderby beim TSV Ottobeuren eine 26:30-Niederlage hinnehmen – die zweite Pleite in Folge. Ausschlaggebend waren zwei deutliche Leistungstiefs zu Beginn beider Halbzeiten sowie ein insgesamt zu wenig durchschlagskräftiges Angriffsspiel. Trotz kämpferischer Momente reichte es nicht, um den lokalen Kontrahenten zum Rande einer Niederlage zu Bringen.

Die Vorfreude auf das Lokalderby gegen den TSV Ottobeuren war wie immer groß. Die enge regionale Verbindung, zahlreiche persönliche Bekanntschaften und frühere Vereinswechsel zwischen beiden Teams sowie die spannende Tabellenkonstellation ließen im Vorfeld erneut eines der Saisonhighlights erwarten. Nach der Niederlage in der Vorwoche gegen den TSV Simbach hatte sich die Mannschaft viel vorgenommen. Das Trainerteam Haas/Romanesenarbeitete intensiv an einem detaillierten Spielkonzept gegen die variablen Angriffs- und Deckungsformationen der Unterallgäuer. Personell konnte die HSG aus dem Vollen schöpfen. Mit einem breiten Kader und einer fokussierten Trainingswoche schien die Grundlage für eine Leistungssteigerung gelegt. Kapitän Alex Schneider fand bereits in der Kabine vor dem Anpfiff klare Worte: „Wir sind vorbereitet und haben das passende Konzept. Aber dieses Lokalderby schreibt immer seine eigene Geschichte. Daher werden wir das Spiel über unsere Mentalität entscheiden können.“ 

Leider war von dieser Derby-Mentalität zu Beginn des Spiels nur wenig zu erkennen. Gerade im Angriff wirkte die HSG ungewohnt unentschlossen und fand kaum Lösungen gegen die Deckungsreihen der Gastgeber. Die Schnittstellen der Ottobeurer wurden nicht mit der nötigen Dynamik attackiert, und auch das sonst so verlässliche Tempospiel wollte nicht in Gang kommen. Bezeichnend dafür: Acht Minuten dauerte es, bis der erste Treffer der Dietmannsrieder fiel. Defensiv zeigte die Mannschaft zwar phasenweise das im Training erarbeitete Konzept, doch reichte dies nicht aus, um die frühen Ballverluste und Fehlwürfe zu kompensieren. Der TSV Ottobeuren nutzte die Unkonzentriertheiten konsequent aus und erspielte sich früh einen deutlichen Vorsprung. Nach 15 Minuten lag die HSG bereits mit 2:8 im Hintertreffen. Erst jetzt fand die HSG besser ins Spiel und startete ihre stärkste Phase der gesamten Partie. Durch zunehmende Stabilität in der Deckung und einige Ballgewinne kam endlich das ersehnte Tempospiel zustande. Auch im Positionsangriff wurden nun bessere Entscheidungen getroffen, sodass man den Rückstand Stück für Stück verkürzen konnte.

Mit zunehmender Emotionalität auf und neben dem Feld entstand erstmals richtige Derbystimmung. Die HSG fightete sich zurück und zeigte, dass sie dem TSV Ottobeuren durchaus Paroli bieten kann, wenn der Motor einmal läuft. Zur Pause lag die Mannschaft mit 13:16 zurück – ein Ergebnis, das nach dem schwachen Beginn fast positiv wirkte. Trainer Patrick Haas fasste in der Halbzeit treffend zusammen: „Wir haben den Spielanfang verschlafen. Jetzt sind wir aber in der Partie. Lasst uns weiter unser Konzept verfolgen und vor allem im Angriff mehr in Tiefe gehen.“

Doch auf die richtige Kabinenansprache folgte leider die falsche Reaktion. Wie schon zu Beginn der ersten Halbzeit fehlte der HSG erneut die nötige Entschlossenheit im Angriffsspiel. Technische Fehler, überhastete Abschlüsse und ungenaue Pässe schlichen sich ein. Die Ottobeurer erkannten diese Schwächen sofort und erhöhten über Tempogegenstöße ihren Vorsprung. Defensiv stand die HSG weiterhin solide, doch das Problem lag eindeutig im fehlenden Druck und der mangelnden Kreativität im Angriff. In der 45. Spielminute betrug der Rückstand bereits 18:25 – ein deutlicher Rückschlag, der die zuvor hart erkämpfte Aufholarbeit verpuffen ließ.

Im Anschluss stabilisierte sich das Spiel der Dietmannsriederwieder. Eine Umstellung auf eine offensivere Deckungsform führte zu mehreren Ballgewinnen, die genutzt wurden, um den Rückstand zu verkürzen. Der Kampfgeist stimmte, und die Mannschaft zeigte, dass sie sich nicht kampflos geschlagen geben wollte.

Doch trotz dieser ordentlichen Schlussphase ließ sich die Hypothek aus den beiden schwachen Spielabschnitten nicht mehr wettmachen. Am Ende verlor die HSG das Lokalderby mit 26:30. Rückraumspieler und Toptorschütze Chris Haller resümierte treffend: „Diese Niederlage tut heute weh, aber aus einem bestimmten Grund: In einem Derby kann alles passieren, wir dürfen uns aber gerade in einem solchen Spiel nicht zwei solcher Spielphasen leisten. Das müssen wir jetzt analysieren und den Fokus auf das letzte Spiel des Jahres legen.“

Nach zehn Spieltagen steht die HSG Dietmannsried/Altusried mit weiterhin 13 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. In der kommenden Woche wartet das letzte Spiel der Hinrunde – und gleichzeitig das letzte Pflichtspiel des Jahres. Am Samstag, den 13.12., empfängt die HSG um 17 Uhr den aktuellen Tabellenführer TSV Herrsching. Ein echter Oberligakracher, in dem die Mannschaft auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans setzt. 

Für die HSG spielten:

Weigl, Grabher P. – im Tor

Bernhard (2), Albrecht (2/1), Feigele (3), Bernick (3), Haller (8/2), Haggenmüller (5), Noller, Häufele, Schneider M., Schwegler (1), Grabher S. (1), Pfanner (1), Berger, Schneider A.

Foto ©️ Dirk Klos