25:29-Heimniederlage im Allgäuderby. Im Duell mit dem TSV Ottobeuren konnte die HSG Dietmannsried/Altusried um Kapitän Alex Schneider in der ersten Halbzeit ihre Stärken ausspielen und das Derby ausgeglichen gestalten. Defensive Lücken und fehlende Tiefe im Angriffsspiel über weite Strecken der zweiten Halbzeit führten jedoch zur Niederlage vor einer prall gefüllten Halle beim heimischen Saisonabschluss.
Das letzte Heimspiel der Saison sorgt traditionell für eine besondere Atmosphäre in Dietmannsried – sowohl auf als auch neben dem Spielfeld. Auch in diesem Jahr stand die Partie unter besonderen Vorzeichen, da im Anschluss mehrere Spieler und Funktionäre verabschiedet werden sollten. Gleichzeitig wartete mit dem TSV Ottobeuren der Tabellenführer auf die HSG. Durch die Konstellation des einzigen Allgäuderbys in der Oberliga zwischen den aktuell höchstspielenden Herrenmannschaften der Region war bereits im Vorfeld klar, dass die Zuschauer ein intensives und emotionales Spiel erwarten durften.
Die Dietmannsrieder gingen als Tabellensechster in die Begegnung, wollten sich davon jedoch nicht beeinflussen lassen. Der Fokus lag klar auf der eigenen Leistung und einer gezielten Vorbereitung auf den starken Gegner aus Ottobeuren. Trainer Patrick Haas brachte die Marschroute vor dem Spiel auf den Punkt: „Wir haben uns mit dem Spiel des TSVO intensiv auseinandergesetzt. Im letzten Heimspiel wollen wir aber vor allem nochmal unsere Stärken zeigen – und schlussendlich können wir ohne Druck unser Spiel zeigen.“ Vor voll besetzten Rängen war somit alles angerichtet für ein packendes Derby. Diese Vorgaben setzte die HSG zu Beginn eindrucksvoll um. Aus einer stabilen und aggressiven Abwehr heraus fanden die Gastgeber gut in die Partie. Besonders Rückraumspieler Maxi Schneider, der an diesem Tag sein letztes Heimspiel absolvierte, zeigte sich hochmotiviert und übernahm Verantwortung im Angriff. Mit druckvollen Aktionen und konsequenten Abschlüssen hielt sich damit dieMannschaft immer wieder im Spiel. Doch auch der Tabellenführer aus Ottobeuren bewies von Beginn an seine Qualität und ließ sich nicht abschütteln. So entwickelte sich schnell ein intensives und ausgeglichenes Derby. Nach 15 Minuten stand es folgerichtig 9:9 – ein Spiel auf Augenhöhe, geprägt von körperbetonter Defensive und konzentrierten Offensivaktionen auf beiden Seiten.
Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieb das Bild unverändert. Ottobeuren konnte sich zwischenzeitlich leicht absetzen, doch die HSG antwortete stets mit großem Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit. Angeführt von Kapitän Alex Schneider kämpfte sich das Team immer, trotz zeitweisen Unterzahlsituationen, wieder zurück. Es passte daher ins Gesamtbild dieser ersten Hälfte, dass Chris Haller mit einem überlegten Schlagwurf mit der Halbzeitsirene zum 16:16-Ausgleich traf. Entsprechend zufrieden zeigte sich Co-Trainer Elmar Romanesen in der Kabine: „Das war eine sehr gute Halbzeit von uns. Wir müssen jetzt mit der gleichen Intensität die zweite Hälfte bestreiten, dann haben wir eine gute Chance.“
Doch genau diese Intensität konnte die HSG nach dem Seitenwechsel zunächst nicht aufrechterhalten. Die Gäste aus Ottobeuren kamen deutlich wacher aus der Kabine und erhöhten vor allem im Angriffsspiel noch einmal die Schlagzahl. Die Dietmannsrieder hingegen offenbarten nun vermehrt Lücken in der Defensive, insbesondere im Zusammenspiel gegen die Rückraumachse des TSVO. Diese Schwächen wurden konsequent bestraft, sodass sich Ottobeuren Schritt für Schritt absetzen konnte.
Hinzu kamen zunehmend Unsicherheiten im Angriffsspiel der HSG. Während in der ersten Halbzeit noch mit Tiefe und Dynamik agiert wurde, fehlten nun häufig die klaren Lösungen. Durch die Gegentore sah sich die Mannschaft immer öfter gezwungen, aus dem gebundenen Positionsangriff heraus zu agieren – jedoch ohne die nötige Durchschlagskraft. Die Folge war ein deutlicher Rückstand: Nach 45 Minuten lag die HSG mit 18:25 zurück. Trotz aller Bemühungen gelang es in der Schlussphase nicht mehr, diesen Abstand entscheidend zu verkürzen. Zwar zeigte die Mannschaft in einzelnen Sequenzen noch einmal ihr Potenzial und kämpfte sich heran, doch die Gäste ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Am Ende stand eine 25:29-Niederlage auf der Anzeigetafel.
Nach dem Abpfiff zog der scheidende Maxi Schneider ein ehrliches Fazit: „Heute hat uns die schlechte Phase in der zweiten Halbzeit das Spiel gekostet. Wir haben aber trotzdem alles gegeben und vor einer großartigen Kulisse einen echten Derbyfight gezeigt.“ Im Anschluss an die Partie wurde es dann noch einmal emotional: Neben dem Trainergespann Patrick Haas und Elmar Romanesen wurden auch die Spieler Maxi Schneider und Luca Stölzle offiziell verabschiedet.
Nach 21 Spieltagen steht die HSG Dietmannsried/Altusried weiterhin auf dem sechsten Tabellenplatz und hat aktuell 25 Punkte auf dem Konto. Zum Saisonabschluss wartet am kommenden Samstag noch eine letzte Herausforderung: Auswärts trifft die Mannschaft auf den TSV Herrsching. Dort möchte sich die HSG noch einmal von ihrer besten Seite zeigen und die Saison mit einem positiven Ergebnis beenden.
Für die HSG spielten:
Weigl, Grabher P. – im Tor
Bernhard (5), Albrecht, Feigele (2), Bernick (1), Haller (5/1), Grabher S. (1), Kahric, Schneider M. (6/2), Pfanner (1), Schneider A. (1), Haggenmüller (3), Berger, Dill