Schlechte Abwehrleistung führt zu Heimniederlage

Die HSG Dietmannsried/Altusried hat am 15. Spieltag der Oberliga eine 34:37-Heimniederlage gegen den ASV Cham hinnehmen müssen. Trotz einer über weiten Streckeüberzeugenden Angriffsleistung gelang es den Oberallgäuern nicht, die routinierte und stark verbesserte Mannschaft aus dem bayerischen Wald zu bezwingen. Ausschlaggebend für die Niederlage war eine zu schwache Abwehrleistung der Hausherren, die gegen das angelegte Spielkonzept der Gäste über die komplette Spielzeit hinweg immer wieder große Lücken offenbarte.

Mit einer positiven Grundeinstellung und breiter Brust ging die HSG Dietmannsried/Altusried in das Heimspiel gegen den ASV Cham. Nach zwei Siegen in Folge wollte das Team um Kapitän Alex Schneider den eingeschlagenen Aufwärtstrend fortsetzen und vor heimischem Publikum den typischen, temporeichen HSG-Handball zeigen. Das Trainergespann Patrick Haas und Elmar Romanesen konnte dabei auf einen nahezu vollständigen Kader zurückgreifen und sah die Mannschaft gut vorbereitet. In der Trainingswoche lag der Fokus vor allem auf der Defensivarbeit gegen das absehbare Überzahlspiel der Gäste sowie auf den eigenen Tempoangriffen. Trainer Patrick Haas brachte die Marschroute vor dem Spiel klar auf den Punkt: „Wenn wir heute ihr überlegtes Angriffsspiel in den Griff bekommen und das eigene Tempo hochhalten, haben wir gute Chancen.“

Von Beginn an zeigte sich jedoch, dass die Umsetzung dieses Plans vor allem in der Defensive nur unzureichend gelang. Die Gäste aus Cham agierten über lange Phasen konsequent mit einem zusätzlichen Feldspieler im Angriff und stellten die HSG-Deckung damit vor große Probleme. Die Abstimmung passte nicht, Übergaben wurden zu spät übernommen, und immer wieder kamen die Chamer zu freien Abschlüssen aus aussichtsreichen Positionen. Positiv hervorzuheben war hingegen die Offensivleistung der Hausherren: Im Angriff zeigte sich die HSG von Anfang an griffig, suchte konsequent den Weg zum Tor und war bereit, einen offenen Schlagabtausch anzunehmen. So entwickelte sich zunächst ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Nach 15 Minuten stand folgerichtig ein ausgeglichenes 9:9 auf der Anzeigetafel.

In der Folgephase ließ die HSG jedoch einige gute Torchancen ungenutzt, während es weiterhin nicht gelang, das strukturierte Angriffsspiel des ASV wirkungsvoll zu verteidigen. Cham nutzte die Unsicherheiten in der Deckung der Gastgeber konsequent aus und verschaffte sich leichte Vorteile. Zwar blieb Dietmannsried/Altusried offensiv gefährlich und hielt den Anschluss, doch einfache Gegentore verhinderten eine eigene Führung. Mit einem 16:18-Rückstand aus Sicht der HSG ging es schließlich in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Hausherren ihre schwächste Phase des Spiels. Die Gäste blieben ihrer Linie treu, agierten im Angriff weiterhin ruhig und abgeklärt und kamen zu mehreren leichten Treffern. Auf Seiten der HSG schlichen sich nun zusätzlich Fehler im Abschluss ein, sodass der Rückstand weiter anwuchs. In der 45. Spielminute sah sich die HSG beim Stand von 22:27 bereits mit fünf Toren im Hintertreffen – ein Ergebnis der fehlenden defensiven Stabilität und der vergebenen Chancen im Angriff.

Doch die Oberallgäuer gaben sich nicht auf und kämpften sich noch einmal zurück in die Partie. Angetrieben vom Publikum gelangen mehrere Treffer aus dem Tempospiel, und plötzlich zeichnete sich eine spannende Schlussphase ab. In den entscheidenden Momenten fehlte es der HSG jedoch an der letzten Konsequenz im Angriff, während die Defensive weiterhin keinen Zugriff fand. Hinzu kam die Verletzung von Abwehrchef Julian Haggenmüller sowie mehrere Unterzahlsituationen, die den Rhythmus der Hausherren zusätzlich störten. Cham behielt in dieser Phase die Übersicht und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. Am Ende musste sich die HSG Dietmannsried/Altusried trotz 34 erzielter Tore mit 34:37 geschlagen geben. Rückraumspieler Jonas Bernick brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Mit unserer Deckungsleistung konnten wir das heutige Spiel nicht gewinnen. Daran müssen wir arbeiten und nächste Woche eine andere Abwehrleistung zeigen.“

Durch die Heimniederlage steht die HSG Dietmannsried/Altusried nach 15 Spieltagen auf dem sechsten Tabellenplatz. Bereits am kommenden Sonntag wartet die nächste Aufgabe: Auswärts trifft die Mannschaft auf den Eichenauer SV.