Unentschieden mit zwei Gesichtern – HSG Dietmannsried/Altusried erkämpft sich Punkt in Cham

Die HSG Dietmannsried/Altusried bleibt auch im siebten Spiel der Oberligasaison 2025/26 ungeschlagen, doch das 28:28-Unentschieden beim ASV Cham hinterlässt gemischte Gefühle. Nach einer starken ersten Halbzeit und einer komfortablen Pausenführung sah es lange nach einem weiteren Sieg für das Team von Haas/Romanesen aus. Doch in einer fehlerhaften zweiten Hälfte musste man am Ende froh sein, überhaupt noch einen Punkt mitzunehmen.

Die Reise zum ASV Cham bedeutete für die HSG eine der längsten Auswärtsfahrten der Saison. Schon vor dem Spiel war klar, dass es keine einfache Aufgabe werden würde: Mehrere Spieler gingen angeschlagen in die Partie, einige Ausfälle musste das Trainerduo zusätzlich kompensieren. Dennoch gab man das klare Ziel aus, beim körperlich robusten Gegner aus der Oberpfalz zwei Punkte zu holen. Die Vorbereitung unter der Woche war auf die offensive Deckungsarbeit gegen die Chamer abgestimmt, die man anschließend über das eigene Tempospiel in Tore ummünzen wollte.

Von Beginn an zeigte sich die HSG Dietmannsried/Altusried hellwach. Die aggressive, offensive Deckung stellte Cham früh vor große Probleme. Immer wieder gelang es, Bälle zu erobern und das Tempospiel einzuleiten. Besonders Torhüter Simon Weigl war in der gesamten ersten Halbzeit ein sicherer Rückhalt, parierte mehrere freie Würfe und sorgte so dafür, dass die Gastgeber kaum zu einfachen Toren kamen. Im Angriff jedoch tat sich die HSG zunächst schwer. Einige technische Fehler und unpräzise Abschlüsse verhinderten eine frühere Führung, sodass es nach 17 Minuten nur 7:6 für die Gäste stand.

Doch mit zunehmender Spieldauer fand die HSG auch im Angriff zu ihrem Rhythmus. Immer wieder zwangen die Allgäuer den Gegner durch druckvolle Aktionen zu Zeitstrafen und nutzten die Überzahlsituationen konsequent. Die Abwehr blieb weiterhin der entscheidende Faktor – kompakt, aggressiv und mit starker Torhüterleistung. Bis zur Pause baute die Mannschaft um Kapitän Alex Schneider ihren Vorsprung Tor um Tor aus. Mit einer verdienten 15:9-Führung ging es in die Kabine. Trainer Haas lobte die Defensivarbeit, mahnte aber zugleich: „Wir müssen in der Deckung genauso weiterarbeiten. Jetzt heißt es, nicht nachlassen – Cham wird nochmal alles geben.“

Was Haas prophezeite, traf ein: Cham kam mit neuer Energie aus der Kabine, während die HSG komplett den Faden verlor. Fehlpässe, überhastete Abschlüsse und Unkonzentriertheiten häuften sich. Innerhalb weniger Minuten schmolz der komfortable Vorsprung dahin. Cham nutzte die Ballverluste gnadenlos aus und traf über die erste und zweite Welle. Nach 47 Minuten lag die HSG plötzlich mit 18:22 zurück – in 17 Minuten nur drei Tore erzielt, ein bitteres Zwischenfazit.

Doch in der Schlussphase zeigte sich wieder die Moral der Allgäuer. Die Deckung stabilisierte sich, und im Angriff fand man endlich wieder bessere Lösungen. Gerade Rückraumspieler Maxi Schneider nahm in dieser Phase im Angriff das Heft in die Hand und wurde vom abschlussstarken Rechtsaußen Markus Bernhard unterstützt. Fünf Minuten vor Schluss lag man noch mit drei Treffern hinten, ehe die Gäste mit großem Willen ausglichen. Beim Stand von 28:28 hatte die HSG sogar noch den letzten Angriff – doch dieser wurde nicht konsequent ausgespielt. So blieb es bei der gerechten Punkteteilung. Michi Feigele fasste nach dem Abpfiff zusammen: „Der Punktgewinn ist aus Sicht des Resultats in Ordnung, aber wir müssen die Fehler aus der zweiten Halbzeit abstellen. Jetzt heißt es aufarbeiten und nächsten Samstag vor allem im Angriff eine bessere Leistung zeigen.“

Am kommenden Samstag steht für die HSG Dietmannsried/Altusried das nächste Heimspiel an. Gegner ist der TSV Friedberg – ein Team, das mit viel Erfahrung und körperlicher Präsenz aufwartet. Nach dem Remis in Cham möchte die HSG vor heimischem Publikum wieder ihre Stärke zeigen und weiterhin ungeschlagen bleiben.

Für die HSG spielten:

Ignacz, Weigl – im Tor

Bernhard (6), Feigele (2), Bernick (3), Haller (1), Haggenmüller (1), Noller, Häufele (1), Schneider M. (10/4), Schwegler (1), Grabher S. (1), Pfanner, Schneider A. (2)